Endoskopische Kastration: Minimal Invasiv Chirurgie

Die sanfteste Operation, seit es Kastrationen gibt

Welche Vorteile bietet die endoskopische Kastration?

Die Kastration der Hündin erfordert eine Eröffnung des Bauchraumes. Je nach anatomischem Bau der Hündin muss dafür bei der „konventionellen“ Operationsmethode ein relativ großer Schnitt in die Bauchwand gesetzt werden, um dem Chirurgen die nötige Übersicht und den nötigen Bewegungsspielraum während der Operation zu gewährleisten. Je größer dieser Schnitt gesetzt werden muss, desto höher ist das Risiko für Komplikationen: Zum einen steigt die Gefahr, dass durch die relativ große Öffnung Bakterien in den Bauchraum gelangen und dort eine Infektion/Entzündung hervorrufen. Zum anderen verursacht ein längerer Schnitt der Hündin größere Schmerzen. Werden diese nicht durch ein gutes Narkose- und Schmerzmanagement unterdrückt, sind Schmerzen häufig ein Grund für das „Auflecken“ der Wunde. Damit steigt nicht nur die Belastung für die Hündin, sondern auch das Risiko einer Eröffnung der Bauchhöhle, die eine erneute Operation notwendig werden lässt.

Geringes Infektionsrisiko

Für die endoskopische Operation müssen lediglich zwei wenige Millimeter lange Hautschnitte gesetzt werden – gerade so groß, dass das Endoskop mit der Kameratechnik und ein Werkzeugkanal mit dem winzigen Operationsbesteck in den Bauchraum eingeführt werden kann. Das Risiko für den Eintritt von Keimen in die Bauchhöhle wird so minimiert.

Minimale Schmerzen

Die Hautwunden können mit wenigen Schnitten in der Haut verschlossen werden. Hündinnen, die mit der endoskopischen Operationstechnik kastriert werden, verspüren der Erfahrung nach kein Bedürfnis, an den Wunden zu lecken und zeigen, im Gegensatz zu konventionell operierten Hündinnen, in der Regel kaum Schmerzanzeichen. Damit reduziert sich die Belastung für die Hündin ungemein, der Einsatz hochdosierter Schmerzmedikamente wird hinfällig und das Risiko für Entzündungen oder eine Eröffnung der Bauchwunde sowie für das Auftreten von Wundheilungsstörungen sinkt gegen null. Das Tragen lästiger Halskrägen oder anderer Hilfsmittel erübrigt sich somit bei dieser Operationsmethode.

Schonende Narkose

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Narkosedauer bei einer endoskopischen Kastration sehr kurz gehalten werden kann. So wird die Belastung für das Herz-Kreislauf-System der Patientin verringert und das Narkoserisiko minimiert.

Kaum Blutungen

Eines der größten Risiken bei der konventionellen Kastrationsmethode ist die Gefahr der Nachblutung in die Bauchhöhle aus nicht sicher abgebundenen Blutgefäßen. Durch die Verwendung elektrochirurgischer Instrumente werden die Blutgefäße sicher verschlossen. So wird das Risiko für Nachblutungen minimiert. Überdies erübrigt sich der Einsatz von Nahtmaterial in der Bauchhöhle und so das Risiko für Entzündungen oder Abstoßungsreaktion des Körpers (Granulome, Fistelbildungen) gegen das „körperfremde“ Material.

Schnelle Erholung

Endoskopisch kastrierte Hündinnen sind in der Regel bereits am Tag nach der OP wieder vollständig erholt und voll belastbar. Insbesondere für lebhafte, junge Hündinnen empfiehlt sich dieses Verfahren daher besonders, da sich hier das zweiwöchige Ruhighaltegebot nach einer konventionellen Operation häufig nur eingeschränkt einhalten lässt.

Laparoskopische Kastration des Rüden mit Kryptorchidismus (Hoden im Bauchraum)

Neue Hoffnung: Arthritis und Arthrose Behandlung mit der Doppelkammerspritze

Die Arthrose geht mit schmerzhaften Entzündungsprozessen einher, die zur Lahmheit führen. Das gilt es zu verhindern! Werden wiederkehrend Entzündungen oder Lahmheit beobachtet und wird eine Arthrose diagnostiziert, sollte so früh wie möglich behandelt werden. Ziel ist es, weitere Entzündungsschübe und damit einhergehende Knorpel­zerstörungen zu vermeiden. Zum Goldstandard zählt derzeit die Gelenkinjektion mit Cortison.

Neuerdings gibt es jedoch eine neue Therapie, bei der man auf Cortison verzichten kann, ­welche laut Studien den anderen überlegen zu sein scheint: Eine neue Doppelkammerspritze namens DualVis.

Der Wirkstoff Hyaluronsäure ist bekannt und in seiner Wirkung anerkannt. Neu ist, dass in der DualVis ­Doppelkammerspritze zwei Hyaluronsäuren unterschied­licher Dichte in einem Behandlungsgang appliziert ­werden: Die getrennten Kammern in der ­Spritze enthalten sowohl niedermolekulare als auch hochmolekulare ­Hyaluronsäure. ­Entleert sich die erste Kammer, legt sich die nieder­molekulare Hyaluronsäure als dünner Film über die Gelenkinnenhaut. Sie unterbricht den Entzündungsprozess und regt die körpereigene Hyaluronsäure­bildung an. ­Entleert sich die darüberliegende zweite Kammer, gelangt die hochmolekulare Hyaluronsäure ins Gelenk. Sie hat die Struktur von winzigen Kügelchen, die sich durch das Gewicht des Hundes in den Gelenkknorpel pressen. Das hat den Vorteil, dass das Therapeutikum nicht mehr – wie bei ­herkömmlichen ­Therapien – aus dem Gelenkspalt ­entweichen kann. Es entsteht ein gelartiger Stoßdämpfer, der den Gelenkspalt weitet und aus­polstert, die Gleit­fähigkeit des Gelenks verbessert und Stoßbelastungen effektiver abpuffert.

Die neue Doppelkammerspritze gegen Arthrose verhindert die zerstörerische Wirkung der Entzündungsmediatoren und beugt einer sonst unvermeid­lichen Knorpeldegeneration, also einem vorzeitigen Verlust von Knorpel­gewebe vor. Neue humanmedizinische Studien belegen bereits den Behandlungserfolg dieser Wirkstoffkombination. Bei Hunden wurde durch labormedizinische Untersuchungen der Synovia ­(Synovialflüssigkeit oder „Gelenkschmiere") dieser Erfolg ­eindrucksvoll bestätigt.

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© 2017 Dr. A. Zokran